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    Hallo Kerstin, ich habe
   17.08.14 20:11
    Echt cooler Krimi bis je






Anfangstext Krimi

Wellen schlagen mit ohrenbetäubenden krachen an den Strand. Weiße Schaumkronen laufen den Sand hinauf und ziehen sich dann  wieder zurück.

Mit lautem kreischen ziehen Möwen ihre Bahnen und versuchen von den sonnenhungrigen Menschen einige Brotkrumen zu erhaschen.

Der Wind bläst kalt über die weißen, roten oder braunen Körper. Dennoch hält die Sonne den Sand warm.

Mit den Füßen im Meer, laufen einige Leute am Strand entlang und suchen Muscheln.

Ab und zu ruhen ihre Blicke auf den Horizont, wo Segelboote mit voller Takelage hinter der Erdrundung verschwinden.

Mit den Wellen zeichnet sich in einiger Entfernung ein länglicher Gegenstand ab.

Noch hat ihn am Strand niemand entdeckt.

Er schaukelt auf und ab und kommt mit jeder Windböe näher ans Ufer.

Die ersten Möwen schwimmen neugierig im Wasser und versuchen den Gegenstand anzupicken.

Mit der nächsten Welle dreht sich das Gebilde.

Ein Gesicht kommt zum Vorschein.

Nasse schwarze Haare kleben an den bleichen Wangenknochen.

Wieder zupft eine Möwe an der Haut.

Ein zweiter Vogel scheucht sie weg und beäugt ebenfalls den seltsamen Gegenstand.

Rufe erschallen vom Strand.

Ein lautes Motorengeräusch erschallt über dem Wasser. Dann packen Hände den leblosen Körper und ziehen ihn ins Boot.

 

Als das Telefon klingelte, wollte ich erst nicht abheben. Der Tag war heute schon aufregend genug gewesen. Nun war Feierabend.

Aber ich wusste auch, dass ein Polizist nie richtigen Feierabend hatte.

Mit einem knurren hob ich den Hörer ab. Es war Ann.

„Es wurde eine Leiche am Strand gefunden. Bitte fahr hin!“, befahl sie mir.

„Ann, ich hab schon Schluss. Bitte schicke jemand anderes.“

„Nein, ich schicke niemand anderes. Ich glaube das fällt in deine Zuständigkeit. Die Leiche wurde angespült. Schau sie dir an.“

Das bereits geöffnete Bier, stöpselte ich wieder zu und stellte es in den Kühlschrank.

Ich wusste, dass ich es später wegschütten würde.

Ich zog meine blaue alte Jacke an, nahm die Autoschlüssel und verließ mit der Gewissheit, dass ich einige Zeit nicht mehr hierherkommen werde, die Wohnung.

 

Mir ist rätselhaft, wie sich bei solch einem kalten Wind immer noch Menschen am Strand sonnen wollen.

Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke bis unters Kinn und stapfte im losen Sand los.

Es waren einige Meter bis zum Toten. Sand rieselte in meine Schuhe. Fluchend zog ich sie aus.

Warmer Sand begrüßte meine Füße. Meine Laune hob sich ein wenig.

Eine Menschentraube und Rettungssanitäter stand um die Leiche herum.

Das der Mensch tot sein musste, war sofort zu erkennen.

Ihm oder ihr fehlte ein Arm.

Ob es sich um einen Mann oder einer Frau handelte, konnte man nicht erkennen.

Polizisten versuchten die Schaulustigen zu verscheuchen.

Aber immer noch kamen Leute zu der Stelle um zu gaffen.

Ich hatte Mühe mich durch die Menschen durchzuschieben.

Wiederwillig machten sie Platz, um dann gleich wieder wie eine Mauer zu verschmelzen.

Ein Sanitäter berichtete mir, was geschehen war.

17.8.14 20:01


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Ignoranz

Neben mir im Zug sitzt oder vielmehr lümmelt eine junge Frau auf dem Sitz.

Ein etwa zweijähriger Junge klettert neben ihr immer wieder den Sitz rauf und runter.

Die Frau ignoriert es oder ihr ist es noch nicht aufgefallen.

Sie fläzt gedankenverloren auf dem Sitz und traktiert mit ihren langen, lackierten Fingernägeln ihr Handy.

Selbst als sie das Kind ermahnt, ruhig zu sitzen, klebt ihr Blick auf dem Handy.

Der Kleine plappert fröhlich vor sich hin. Hin und wieder stellt er eine Frage an seine Mutter. Erhält aber keine Antwort. Stattdessen eine Ermahnung still zu sein.

Dabei tippt sie weiter in die Tasten.

Wieder steht das Kind auf dem Sitz und zappelt mir den Beinen.

Das Handy ist wichtiger. Kein Blick streift den Kleinen.

Der Kopf der Frau ist über das Gerät gebeugt.

Plötzlich ein Ruck. Der Zug bremst.

Der Junge fällt vom Sitz und schlägt hart auf den Boden auf.

Die Mutter reist ihn wieder hoch und gibt ihm noch einen Klaps auf den Po.

24.7.14 18:15


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